Wer wir sind

Ein inklusives, zeitgeschichtliches Methoden-Labor zur historisch-politischen Bildung

 

Ziel des Projekts „Wer wir sind“ ist es, durch die handlungs- und erlebnisorientierte Auseinandersetzung mit den negativen Entwicklungen der Geschichte des 20. Jahrhunderts ein kritisches, reflektiertes Geschichtsbewusstsein zu erzeugen, um zur gelingenden Demokratie- und Menschenrechtserziehung beizutragen. Dabei kommen Methoden zur Anwendung, die historisch-politische Bildung erfahrbar machen und an der Lebens- und Erfahrungswelt junger Menschen ansetzen. Von der Diversität und Zieldifferenz der Methoden sollen alle Jugendlichen angesprochen werden. Insbesondere sollen andere Erinnerungskulturen und nicht-deutsche Perspektiven einbezogen werden.

Im Fokus stehen die Ausprägungen politisch, gesellschaftlich und kulturell verursachter Menschenfeindlichkeit sowie deren Entstehungen und Auswirkungen, die bis heute spürbar sind und das aktuelle politische Geschehen immer noch beeinflussen. Unsere Absicht ist es, eine Brücke von der Zeitgeschichte zu heutigen politischen Themen zu schlagen. „Aus der Geschichte lernen“ heißt in diesem Sinne, gesellschaftliche Strukturen und Dynamiken zu analysieren und präventiv den Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit entgegen zu treten. Der eigentliche Lerngegenstand ist deshalb nicht die Vergangenheit, sondern das Erlernen politischer Sensibilität für gegenwärtige Strukturen und das zukunftsgewandte Antizipieren der Folgen politischen Handelns.

Das Erinnern darf dabei nie als ein bloßes Abrufen von objektiven Fakten aus der Vergangenheit verstanden werden, sondern ist immer geprägt und eingefärbt vom gegenwärtigen, subjektiven Kontext. Die quellenkritische Bearbeitung der historischen Themen ist deshalb besonders wichtig.

Das Projekt „Wer wir sind“ untersucht, was eine Gesellschaft ausmacht und welche Auswirkungen der historische Kontext auf jede*n einzelne*n von uns hat. Schließlich sind es viele Faktoren die uns als Individuum prägen, wie zum Bei- spiel unsere biologischen Anlagen, unsere Sozialisation oder der aktuelle gesellschaftliche Kontext. Aber auch der politisch-geschichtliche Hintergrund hat große Auswirkungen darauf, wie wir uns begreifen – also „wer wir sind“.

 

Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Programms Politische Jugendbildung im Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten und ist eingegliedert an die Fachgruppe „Erinnerungskultur und Teilhabe“.